Das österreichische Wort des Jahres 2025

1. Durchführung Die Wahl wurde auch heuer wieder von der Gesellschaft für Österreichisches Deutsch in Graz durchgeführt, welche die Wahl seit 1999 alljährlich mit Unterstützung der APA – (Austria Presse Agentur) ausrichtet. 2. Teilnehmer:innen-Rekord An der Wahl nahmen insgesamt 28.106 Wähler:innen teil (Vorwahl 1.036, Wahl 27.070 Teilnehmer:innen), Sie haben insgesamt 135.351 Stimmen abgegeben. Es ist die bisher höchste Anzahl an Teilnehmer:innen und ein bemerkenswerter Rekord. Im Rahmen der Vorwahl wurden insgesamt 1.903 Vorschläge für die 5 Kategorien der Wahl eingesendet. 3. Die Wahlergebnisse in Kürze Zum „Wort des Jahres“ wurde „Elch Emil“, zum Unwort „Rabattpickerl“, zum Jugendwort „6 7 (six seven)“ gewählt. Der positive Spruch des Jahres ist: „Nur wer innerlich brennt, kann leuchten.“, der negative Spruch ist: „Wir schieben ihn ab, wenn er aus seinen Kloster¬mauern kommt.“ 4. Zeitpunkt der offiziellen Bekanntgabe des Worts des Jahres 2025 Das Wort des Jahres 2025 samt den anderen Wahlergebnissen wird am Donnerstag, dem 04.12.2025 (ab 04.00 Uhr) via APA und über die Webseite des ÖWorts (https://oewort.at) bekanntgegeben. 5. Kontakt: Prof. Rudolf Muhr Email: rudolf.muhr@oedeutsch.at; Tel. +43699 10 500 537 Internetseite: https://oewort.at
Kandidatenwörter & Erklärungen

Wort des Jahres 2025

Elch Emil

Ergebnis

Elch Emil
7710
Veggie Würstl
3176
Rindfleischetikettierungs­gesetz
3.144

Begründung

Das Österreichische Wort des Jahres 2025 ist „Elch Emil„. Es wurde mit deutlicher Mehrheit gewählt, was sich durch die wochenlange nationale und internationale mediale Aufmerksamkeit erklärt, die dem Geweihträger auf seiner Wanderung durch Nieder- und Oberösterreich zuteil geworden ist. Schließlich wurde er in die Tschechische Republik zurücktrans­portiert, nachdem er sich einer Autobahn zu sehr genähert hatte. Seinen Namen bekam er von Internetnutzern, der sich angeblich auf den tschechischen Lang­streckenläufer und vierfachen Olympiasieger Emil Zátopek bezieht.

Auf dem zweiten Platz landeten die vegetarischen Würstl, die wie „echte“ (Fleisch-) Würstl schmecken sollen. Auch in diesem Fall handelt es sich um ein Medienphänomen, da das Europaparlament am 8. Oktober 2025 für ein Verbot von Namen wie „Veggie Wurst“ gestimmt hat, was viele Diskussionen und großes Unverständnis zur Folge hatte.

Diese Wortschöpfung schaffte es auf den dritten Platz. Man kann vermuten, dass es das Werk gelangweilter Bürokrat:innen bzw. Jurist:innen war, denen derlei nebenbei gelingt.

Unwort des Jahres 2025

Rabattpickerl

Ergebnis

Rabattpickerl
6622
Lifestyle-Teilzeit
3882
Volkskörper
3402

Begründung

Irreführender Ausdruck, weil Kaufleute die Rabatte im Vorhinein hineinkalkulieren, wie aus einem Interview mit einem leitenden Angestellten einer Handelsfirma in den Salzburger Nachrichten hervorgeht. Die Kundinnen und Kunden haben diese Marketing-Strategie aber offensichtlich durchschaut, was zu empörten Reaktionen und Diskussionen sowie zu großer medialer Aufmerksamkeit führte.

Abwertender Begriff, der von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer stammt. Er unterstellte den Teilzeit Arbeitenden damit, dass sie nur deshalb nicht Vollzeit arbeiten, weil dies zu ihrem „Lifestyle“ gehöre und sie sich dadurch die Beiträge für die Pensions- und Kranken­versicherung ersparen würden. Die Behauptungen stießen auf Unverständnis, weil sie an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei gehen und als respektlos empfunden wurden. Viele Menschen haben durch Betreuungspflichten und spezifischen Lebensumstände nicht die Wahl zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung.

Zentraler Begriff der NSDAP, der neuerdings auch zum Vokabular von Herbert Kickl (FPÖ-Obmann) gehört.

Jugendwort des Jahres 2025

6 7 (six seven)

Ergebnis

6 7 (six seven)
14539
yessirski
2631
crash out
2373

Begründung

Mit großem Abstand gewähltes Jugendwort des Jahres 2025. Es handelt sich um ein Kommunikationssignal, das von jungen Menschen verwendet wird, um ihre Zugehörigkeit zu einem Trend oder einer (Online-)Community zu signalisieren (in Verbindung mit einer bestimmten Handbewegung). Wer „six seven“ oder „sechs sieben“ sagt, gibt sich als Teil der Gruppe zu erkennen, als Insider, der den Schmäh kennt und versteht.

Das zweitgereihte Jugendwort 2025 ist ein Verstärkungswort, das gerne verwendet wird, wenn etwas wirklich Gutes passiert oder man gute Absichten erkennt. Es steht für „gut“ und ist eine starke emotionelle Bejahung. Es ist eine Kombination aus „Yes, Sir“ und der russischen Endung -„ski“.

Dieses Jugendwort schaffte es unter die ersten drei. Es ist ein Verb und bedeutet so etwas wie „den Verstand verlieren, hysterisch werden; plötzlich unkontrollierbar wütend oder verzweifelt werden“ bzw. auch „erschöpft sein von etwas.“ Alle drei Ausdrücke in dieser Kategorie zeigen die zunehmende Globalisierung der Jugendsprache.

Spruch des Jahres 2025

"Nur wer innerlich brennt, kann leuchten."

Ergebnis

"Nur wer innerlich brennt, kann leuchten."
11368
"DAS CRAZY, OIDA." - "Jurygewählter Sonderspruch"
11368

Begründung

Der positive Spruch des Jahres 2025 ist eine indirekte Aufforderung des neuen Erzbischofs von Wien, Josef Grünwidl, an Priester, ihre innere Überzeugung sichtbar weiterzutragen. Der Spruch findet sich in ähnlicher Form schon bei beim Kirchenvater Augustinus im 4.-5. Jhd. und ist ein jahrhundertealtes Motto der katholischen Kirche, dass man seine Überzeugung Beispiel gebend leben soll.

Spruch des ÖFB für die österreichischen Männer-Fußball-National­mannschaft anlässlich der gelungenen Qualifikation zur WM 2026. Dieser Spruch drückt die Euphorie aus, die mit der Qualifikation verbunden ist. Er wurde erst nach dem Start der Abstimmung zum Wort des Jahres bekannt und stand daher nicht zur Wahl. Er wurde von der Jury zum positiven „Sonderspruch“ des Jahrs 2025 ernannt.

Unspruch des Jahres 2025

"Wir schieben ihn ab, wenn er aus seinen Klostermauern kommt." (Kickl)

Ergebnis

"Wir schieben ihn ab, wenn er aus seinen Klostermauern kommt." (Kickl)
14282

Begründung

Der Unspruch des Jahres 2025 stammt von FPÖ-Obmann Herbert Kickl, der mit großem Abstand auf den ersten Platz kam. Kickl äußerte den Spruch über den Erzbischof von Salzburg, Franz Lackner, der davor gewarnt hatte, Religion parteipolitisch zu vereinnahmen und zu instrumentalisieren und sich dabei indirekt auf politische Handlungen der FPÖ bezogen hatte.

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