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Warum ein eigenes österreichisches Wort/Unwort des Jahres?

Für die eigenständige Wahl des Österreichischen Worts/Unworts/Jugendworts/Spruchs und Unspruchs waren und sind drei Gründe ausschlaggebend:

  1. Das Österreichische Wort des Jahres gibt es seit 1999. Initiiert wurde es von Rudolf Muhr. Anlass für seine Gründung war, dass es bis dahin nur das Deutsche Wort des Jahres gab, das von den Journalisten berichtet und immer auch für Österreich als gültig erklärt wurde. Allerdings waren (und sind) viele der in Deutschland ausgewählten Wörter in Österreich unbekannt oder einfach nicht relevant, da in Österreich andere politische Verhältnisse oder Themen während des jeweiligen Jahres wichtig und bestimmend sind. Das gilt übrigens auch für Wörter des Jahres der Schweiz, Südtirols und Liechtensteins, wo ab 2002 bzw. 2006 ebenfalls ein Wort des Jahres gewählt wird.
  2. Der Wunsch, für Österreich ein kritisches Korrektiv zum öffentlichen Sprachgebrauch in Österreich zu schaffen. Damit sollte erreicht werden, dass die ÖsterreicherInnen über spezifische Erscheinungen des öffentlichen Sprachgebrauchs sensibilisiert werden Vor allem sollte zum Nachdenken über unakzeptables Sprachverhalten, das mit den Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft und eines Rechtsstaates nicht vereinbar ist, angeregt werden.
  3. Der Wunsch, an der Schnittstelle von Sprache und Gesellschaft Österreichs die Entwickung der Sprache im öffentlichen Raum zu verfolgen, zu dokumentieren und eine Art zeitgeschichtliches Spracharchiv zu entwickeln. Dabei sollen nicht nur streng wissenschaftliche Fragestellungen im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Suche nach besonders gelungenen Neubildungen, kreativen sprachlichen Schöpfungsakten und überraschenden oder lustigen Formulierungen. Denn Sprachbeobachtung soll auch Spaß machen und Freude bereiten.

 

Die folgende Tabelle zeigt am Beispiel des Jahres 2006 die Unterschiede bei der Wahl des Worts des Jahres zwischen den vier deutschsprachigen Ländern:

Wörter des Jahres 2006 im Vergleich

AT

CH

DE

LI

Penthousesozialismus Rauchverbot Fanmeile Souveränität
arschknapp Migrationshintergrund Generation Praktikum Zualosa-Bank
Schmollwinkerlpartei Köbi Karikaturenstreit Tarmed-Streit
Pflegenotstand Pensionskassen­verwalter Rechtschreibfrieden Handyverbot
Teurofighter Plämpu Prekariat Mohammed-Karikaturen
die Ortstafelverrückten Vize-Miss Bezahlstudium Ländle-Schwinget
Karikaturenstreit Problembär
Poloniumspuren
Klinsmänner
schwarz-rot-geil!

 

Die folgende Liste zeigt die Wörter des Jahres 2003 aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Es zeigen sich auch hier nur ganz wenige Übereinstimmungen:

Wörter des Jahres 2003

Österreich

Deutschland

Schweiz

Haklerregelung
(Wort des Jahres)
das alte Europa
(Wort des Jahres)
Konkordanz
(Wort des Jahr
-reform Agenda 2010 SARS
Die kranken Kassen Reformstreit Rentenklau
SARS/Sars Vereinzelungsanlage
eingebettete Journalisten Segelnation
Maut-Desaster Jahrhundertsommer
Steuerbegünstigungsabbaugesetz metrosexuell
Jahrhundertglut Super League
googeln
Alcopops

Unwörter 2003

Österreich

Deutschland

Schweiz

Besitzstandswahrer
(Unwort des Jahres)
Tätervolk
(Unwort des Jahres)
Scheininvalide
(Unwort des Jahres)
Harmonisierung Angebotsoptimierung
aus der Bundesbetreuung entlassen Abweichler

Ausspruch des Jahres 2003

Österreich

Deutschland

Schweiz

Kinder statt Parties Deutschland sucht den Superstar (DSDS) Wählt Blocher! Er hat diese Strafe verdient

 

 

Mit der Wahl des österreichischen Wortes des Jahres ist die Hoffnung verbunden, dass die Diskussion über Sprache und Sprachgebrauch in Österreich angeregt wird.

Diese Erwartung wird auch von den Mitgliedern der Jury und der Chefredaktion der APA geteilt, der an dieser Stelle sehr herzlich für die mediale Unterstützung sowie die Teilnahme am Auswahlverfahren gedankt sei.

 


Graz, Anfang Dezember
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Rudolf Muhr – im Namen der Jury

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